THEATER IM ATELIERHAUS

Rasanter Saisonstart von Theater Gegendruck: mit zahlreichen Wiederaufnahmen, einer (etwas anderen) Geburtstagsfeier und einer Premiere

Mit einer Serie von Wiederaufnahmen und einer Premiere startet Theater Gegendruck in die neue TheaterSaison. Spielort der Aufführungsserie ist der Gegendruck-Theaterraum im Atelierhaus in Recklinghausen-Süd, in dem das freie Theater seit fünf Jahren zusammen mit Bildenden Künstler*innen seinen Produktionsort hat.

Atelierhaus Königstraße Recklinghausen - Foto: Marcel Reidock

Drei politisch-brisante Inszenierungen, mit denen Theater Gegendruck in den letzten Monaten Furore machte, sind wieder zu sehen: Das große Heft nach Agota Kristof und Ein Kind unserer Zeit nach dem Roman von Ödön von Horváth sowie – aus gegebenem Anlass –das Stück URTEILE über die Münchener Opfer des NSU von Christine Umpfenbach und Azar Mortazavi.

Nach dem erfolgreichen Gastspiel mit Brechts FRAU CARRAR, ist im Oktober die erste Premiere des jungen Ensembles THEATER IRGENDWAS in seiner neuen künstlerischen Heimat zu erleben. Das Stück ANGRIFFE AUF ANNE des britischen Gegenwartsautors Martin Crimp führt mitten hinein in die Widersprüche unserer digitalen Welt: Was ist Fake New; was ist Wahrheit? – ein rasantes Spiel um Vermutungen, Schnellschlüsse und Vor-Urteile.

Mit der Lesung „Es friert mich hier…“ ist im November mit dem Schauspieler Andreas Weißert ein alter Freund von Theater Gegendruck wieder in der Königstraße zu Gast.
Bei der Hommage HEINER MÜLLER TRAUMTEXTE anlässlich des 90. Geburtstags des Autors am 17. November ab 16 Uhr geben sich Vertreter*innen verschiedener Kunstsparten im Atelierhaus ein Stelldichein. Neben Theater Gegendruck werden sich Gäste aus Theater, Bildender Kunst und Musik  von Texten Heiner Müllers inspirieren lassen. Die (etwas andere) Geburtstagsfeier steht unter dem Motto: „Theater ist kontrollierter Wahnsinn.“ (Heiner Müller).

HERZLICH WILLKOMMEN!

Doppelveranstaltung zu Bild-Wort-Sprache:
 Theater Gegendruck feiert Saisonabschluss mit Konrad Bayer

Seit rund fünf Jahren ist das Atelierhaus im Recklinghäuser Stadtteil König Ludwig der Produktionsort von Theater Gegendruck. Im Theaterraum in der ehemaligen Königschule sind seit 2014 zahlreiche Gegendruck-Inszenierungen entstanden und wurden dort aufgeführt – neben zahlreichen musikalisch-literarischen Veranstaltungen, zu denen Theater Gegendruck regelmäßig Künstler*innen aus der Region einlädt.

Gemeinsam mit den Ausstellungen des Atelierhaus e.V. ist das Atelierhaus zu einer festen Größe im Kunstleben von Recklinghausen geworden, das regelmäßig interessierte Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Umkreis anzieht.

Vor der Sommerpause ist hier am 29. Juni 2019 von 14 bis 18 Uhr eine Doppelveranstaltung zu erleben.

Konrad Bayer - Mit freundlicher Genehmigung von Renate Ganser
Konrad Bayer – Mit freundlicher Genehmigung von Renate Ganser

Im Ausstellungsraum eröffnet der Atelierhaus e.V.  die Ausstellung WORTgeBILDe. 32 Künstlerinnen und Künstler zeigen Arbeiten zur Symbiose von Bild und Wort. Im Theaterraum findet parallel dazu das konrad bayer labor statt. Im Mittelpunkt der interaktiven Installation von Erich Füllgrabe, die in Zusammenarbeit mit Theater Gegendruck gezeigt wird, steht der Sprachkosmos des österreichischen Avantgarde-Autors Konrad Bayer (1932-1964).

Es ist bereits die zweite Begegnung von Theater Gegendruck mit Konrad Bayer. Bereits 2013 fand die Collage mit Bayer-Texten kasperl am elektischen stuhl, bei der Erich Füllgrabe als Szenograf mitwirkte, ein begeistertes Publikum. 

Diesmal wird die subversiv-absurde Sprach-Hinterlassenschaft des wilden Wieners vom geschulten Labor-Team den verwegensten Experimenten unterzogen: Zur Verblüffung und zum Vergnügen des Publikums, das eingeladen ist, bei den Versuchen mitzutun.

Das große Heft und Ein Kind unserer Zeit

Zwei Erfolgs-Inszenierungen von Theater Gegendruck im September wieder im Atelierhaus zu sehen

Angesichts des großen Erfolgs beim Publikum wird Theater Gegendruck zwei erfolgreiche Inszenierungen der letzten Zeit im September wieder im Atelierhaus Recklinghausen zeigen: Ein Kind unserer Zeit nach dem Roman von Ödön von Horváth und Das große Heft nach dem Roman von Agota Kristof.

Die genauen Aufführungsdaten finden sich demnächst auf dieser Seite.

Ruhrfestspiele 2019

Erfolgreiche Preview zu HEINER MÜLLER TRAUMTEXTE am 17. November 2019  im Atelierhaus

Bei einem Kleinen Heiner Müller-Abend, den die Sparkasse Vest in Zusammenarbeit mit den Ruhrfestspielen Ende Mai 2019 in einem leerstehenden Café des Recklinghäuser Einkaufszentrums Palais Vest veranstaltete, zeigte Theater Gegendruck erstmals seine Performance Der Mann im Fahrstuhl, die gemeinsam mit dem Musiker-Duo Katharina Bohlen/Claudius Reimann entstand.

Der Mann im Fahrstuhl - Foto: privat
Der Mann im Fahrstuhl – Foto: privat

Am Sonntag, 17. November 2019, ab 16 Uhr ist die Performance dann Teil einer größeren Hommage zum 90. Geburtstag des Autors unter dem Titel HEINER MÜLLER TRAUMTEXTE, die Theater Gegendruck mit zahlreichen Gästen veranstaltet.

Der Vorverkauf der Veranstaltung von REspect4you hat begonnen. Näheres zum Programm demnächst auf dieser Seite. 

Erfolgreiche Premiere „Das große Heft“

Die Gegendruck-Produktion „Das große Heft“ nach dem Roman von Agota Kristof hatte am 5. April 2019 auf der Hinterbühne des Ruhrfestspielhauses Recklinghausen ihre erfolgreiche Premiere.

Mit langanhaltendem Beifall feierten die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer die beiden Akteure Marie Jendrusch und Michael Georgi und die übrigen Mitwirkenden.

Das große Heft, 1986 erstmals erschienen, ist einer der bedeutendsten Romane der neueren Literatur. Das Buch wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und als Livre Européen ausgezeichnet.

Erzählt wird von zwei Kindern im Krieg, die ihre Mutter in der Stadt nicht mehr ernähren kann. Sie gibt sie zur Großmutter auf’s Land. Die „Hundesöhne“, wie ihre Großmutter die Jungen nennt, üben sich in der Abhärtung von Körper und Geist. Sie lernen sich zu wehren und entwickeln ihre ganz eigenen Moralvorstellungen. In einem Schulheft halten sie die Geschehnisse fest.

Die nächste Aufführung von „Das große Heft“ findet am Sonntag, 2. Juni 2019, 19 Uhr, im Studio 108 des Bahnhof Langendreer statt.

Jenseits der grausamen Erlebnisse ist der atemberaubende Bericht der Kinder auch geprägt von unbändiger Lebensenergie, Humor und der Sehnsucht nach Liebe in einer entmenschlichten Welt. Eine Antikriegs-Parabel von brennender Aktualität!