MACBETH nach Shakespeare


Shakespeares Tragödie MACBETH fasziniert bis heute das Theaterpublikum. Heiner Müller, einer der wichtigsten deutschen Theaterautoren, hat das Stück in den 1970er Jahren übersetzt und bearbeitet. Seine Lesart des alten Stoffs vor dem Hintergrund von zwei Weltkriegen zeigt ungeschminkt den brutalen und blutigen Machtkampf innerhalb einer Feudal-Clique, die auf Kosten der leibeigenen Bauern lebt.


„Der Klassencharakter der mittelalterlichen Gesellschaft ist bei ihm grundlegend, in jeder Szene und für jede Person. (…)Was Müllers Text demonstriert, ist die unglaubliche Verrohung, rüde Machtlust und oft der Blutrausch des Adels. Macbeth ist nicht die verwerfliche Ausnahme, sondern nur einer unter anderen Feudalen, die ihm in nichts nachstehen.“
 (Carl Weber)

So ist Macbeth, der durch Mord an Duncan zum König aufgestiegene Heerführer, ein Gewaltherrscher unter vielen. Auch seinen Gegnern geht es ausschließlich um die gewaltsame Erhaltung ihrer Macht. Allein die Hexen, deren Prophezeiungen das Drama auslösen, verweigern sich den Machenschaften der Staats-Elite und übergießen diese mit Hohn und Spott.



In einer lakonischen und zugleich poetischen Sprache gelingt es Heiner Müller, unsere Gegenwart in dem alten Stoff zu spiegeln: eine packende Bearbeitung mit tiefschwarzem Humor.Das freie Theater Gegendruck mit Sitz in Recklinghausen bringt nach PHILOKTET und DER HORATIER bereits zum dritten Mal ein Stück von Heiner Müller auf die Bühne.


Premiere, 3. Oktober 2016, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen (Hinterbühne)

Mit: Andrea Ahmann, Max Ammareller, Volker Hardt, Arndt Krause, Dimitrij Schewalje und Philip Stöteknuel

Regie: Johannes Thorbecke
Szenografie: Erich Füllgrabe
Kostüme: Regine Thorbecke
Musik: Mo et Moi
Mitarbeit Regie: Alina Stöteknuel
Licht/Ton: Sabela Losada Barros

Bühnenrechte: henschel SCHAUSPIEL Berlin

Eine Produktion von Theater Gegendruck in Zusammenarbeit mit REspect4you